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Brotdosen

Nicht ohne meine Stulle: Von Brotdosen und Lunchboxen

Brotdose mit Scharnierdeckel, Phenol-Formaldehyd-Harz, Deutschland um 1935

Ob Stulle, Bütterken, Bemme, Knifte oder Buttersemmel: das belegte Brot für unterwegs und die Pause braucht eine geeignete Verpackung, damit es nicht zerdrückt wird und frisch und appetitlich zum genüßlichen Verzehr bleibt.

In den dreißiger Jahren kommen die ersten Brotdosen aus Phenolharz auf den Markt: mit Klapp- oder Stülpdeckeln und teilweise gleich in der Form einer Brotschnitte bieten sie Platz für den Klassiker unter den Snacks.

 

Brotdose mit Stülpdeckel, Phenolformaldehyd-Harz, Deutschland um 1930

Die beiden Beispiele zeigen deutliche Qualitätsunterschiede im Material: die etwas ältere Dose zeichnet sich durch eine feine, homogene Oberflächenstruktur aus, die das Objekt matt glänzen lässt. Die andere mit dem Scharnierdeckel ist aus einem deutlich gröberen Material, dass die Verwendung von Holzmehl als Füllstoff deutlich erkennen lässt.

Dieser Unterschied erklärt sich wahrscheinlich durch den Beginn des zweiten Weltkriegs. Kunststoffe standen in Deutschland ab 1939 nur noch für die Kriegsindustrie zur Verfügung und wurden kurz vor Kriegsausbruch schon verknappt. Vielleicht handelt es sich bei der ersten Dose sogar um ein Produkt für den militärischen Einsatz.

Brotdose, Melaminharz, Deutschland um 1950

Phenolformaldehyd-Harz ist für Lebensmittel nicht besonders geeignet, da sich Phenolmoleküle lösen und einen unangenehmen Geschmack verursachen. Deshalb wurden diese Brotdosen nach und nach von solchen aus neuen Werkstoffen abgelöst, beispielsweise Melaminharz, das dazu noch den Vorteil hat, dass es leuchtende und Pastellfarben erlaubt.

Melamin ist wie das Phenolharz ein Duroplast, so dass für die Verarbeitung die gleichen Pressformen verwendet werden konnten. 

Klickbox, Polypropylen (PP), Bundesrepbublik Deutschland 1998

Diese Dose eignet sich im Gegensatz zu den sonst eher flachen Brotdosen durch ihre runde Form für Äpfel oder Brötchen. Das verwendete Material - Polypropylen - erlaubt zudem durch seine Biegefestigkeit eine besondere Form der Verbindung zwischen Dose und Deckel: es handelt sich um ein sogenanntes Filmscharnier.

Brotdose für Kinder, Polyethylen, Bundesrepublik Deutschland 2005

Die ansprechende Verpackung der Zwischenmahlzeit für Kinder im Kindergarten oder in der Grundschule wird besonders gestaltet. Hier mit Riemen zum Umhängen in Form eines Bärenkopfes. Innen befindet sich noch eine kleine Dose, in der neben dem Butterbrot noch etwas Obst oder eine andere Leckerei untergebracht werden kann.

Der Entwurf stammt noch aus DDR-Zeiten und wird heute wieder von der Willibald Böhm KG (Sonja Plastic) vertrieben.

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