Sie möchten eine Austellung mit dem Kunststoff-Museums-Verein realisieren?
Rufen Sie uns an: 0208 - 77 858 167

Hören

Hören

Radio VE 301, sog. Volksempfänger, Phenolformaldehyd-Harz, Hersteller: EMUD, Ulm (D), ab 1933
Radio "Toot-a-loop", Polystyrol schlagfest, Hersteller: Panasonic, Tokio (JP), Foto: Klemens Erdmann

Der drahtlose Empfang von Wort- und Musiksendungen schuf ein neues Medium der Massenkommunikation: das Radio. Technische Voraussetzung war die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz zu Ende des 19. Jahrhunderts. Dazu kam die Entwicklung der Glühkathodenröhre und des Kristalldetektors. So wurde privater Rundfunkempfang möglich.

Nun galt es – wie so oft in der Designgeschichte – einer innovativen Technologie eine adäquate Form zu geben. Die ersten Geräte zeigten unverhüllt die pure Technik. Der Lautsprecher stand separat daneben. Später wurden Empfängerelemente und Lautsprecher in einem einzigen Gehäuse vereint: 

Die Kastenform war geboren.

Das ideale Material für das neue Gerät steht seit 1911 zur Verfügung: Phenol-Formaldehyd-Harz – bekannter unter dem Markennamen „Bakelit“. Kostengünstig in Formen gepresst, ermöglichte es die Herstellung erschwinglicher Geräte und damit die Verbreitung des Mediums. Ein Umstand den die Nationalsozialisten nach 1933 für ihre Propaganda nutzen. Mit dem berühmt berüchtigten „Volksempfänger“ wird die deutsche Bevölkerung ideologisch gleichgeschaltet.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sorgt die Transistortechnik für immer kleinere und leichtere Empfangsgeräte aus modernen thermoplastischen Kunststoffen. Für den Radiogenuss unterwegs bot der Markt nun ganz neue Farben und Formen an.

Heute braucht man dafür gar kein eigenes Empfangsgerät mehr:

Radio und Musik können über das Smartphone gehört werden.

zurück

 tools: