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Simone Jeska

Transparente Kunststoffe. Entwurf und Technologie

Bauen in Plastik? Isolierverglasungen und Türen mit Hart-PVC sind seit über 50 Jahren Alltag, ebenso PMMA und Polycarbonat als Ersatz für Glasscheiben. Wie steht es aber mit der Rolle der Kunststoffe in der Architektur des 21. Jahrhunderts?

Eine Antwort auf diese Frage versucht das Buch von Simone Jeska, Transparente Kunststoffe. Der kurze historische Rückblick zur Verwendung von Kunststoffen seit dem Beginn der Massenproduktion in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zeigt das Material doch eher noch als Projektionsfläche für die Utopien der Architekten. In dreierlei Hinsicht scheinen Kunststoffe seit den 1990ern der Stoff, aus dem Architektenträume sind: die Entwurfspraxis am Computer, der vorher nie gekannte Formen zu errechnen in der Lage ist, neue Materialeigenschaften und Verarbeitungsverfahren sind die optimalen Werkzeuge, um die virtuelle Welt in die Realität zu holen. Mit Kunststoff lässt sich die Vision von Bionics umsetzen: modernste Computertechnologie und Materialien lassen das Gebäude zu einem wie ein biologischer Organismus funktionierendem Gebilde werden. Der dritte Aspekt sind Kunststoffe als Ausdrucksmittel des Architekten: die verschiedenen Materialeigenschaften erlauben einen kreativen Umgang mit Strukturen und ihrer optischen Erscheinung.

Der reich bebilderte Katalogteil gibt einen Überblick über zeitgenössische Bauten, die dieses Potenzial von Kunststoffen nutzen: Wohnhäuser, Ausstellungsgebäude, Kultur- und Sportstätten oder Forschungseinrichtungen. Ein bekanntes Beispiel: die Allianz-Arena, Spielstätte des Fußballclubs Bayern München, mit einer Fassade aus Kunststoff-Membranen, die in unterschiedlichen Farben erleuchtet werden kann.

Simone Jeska, Transparente Kunststoffe. Entwurf und Technologie, Basel-Boston-Berlin: Birkhäuser 2008), ISBN 978-3-7643-7469-3, € 59,90;

Englische Fassung:
Simone Jeska, Transparent Plastics. Design and Technology, ISBN 978-3-7643-7470-9, € 64,09.

Zur Industriegeschichte der Papier-, Pappe- und Folienverarbeitung in Deutschland

Shopping, das wir heute so selbstverständlich betreiben, entwickelte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts. Zum Flanieren von Geschäft zu Geschäft gehörte ein praktisches Transportbehältnis, das der Käufer gleich mit der Ware im Laden bekam. Schon früh erkannte der Handel den Zusatznutzen über die Verpackung hinaus. Mit dem entsprechenden Aufdruck konnte man den Kunden zur wandelnden Anzeige machen. Wem ist schon bewusst, dass die banale Tragetasche aus Papier oder Kunststoff, in der der Einkauf nach Hause getragen wird, eigentlich ein kultur- und industriegeschichtlich spannendes Objekt ist? Und dass es gar nicht so leicht ist, die richtige technische Lösung für den Tragegriff zu finden, der Festigkeit und Tragekomfort mit Wirtschaftlichkeit in der Herstellung verbindet?

Eine breite Darstellung der Technik- und Kulturgeschichte der Tragetasche samt einer wissenschaftlichen Aufbereitung des verfügbaren Quellenmaterials bietet die Schrift von Heinz Schmidt-Bachem, Beiträge zur Industriegeschichte der Papier-, Pappe- und Folienverarbeitung in Deutschland. Für die Kunststoffgeschichte besonders relevant sind die Seiten 590 bis 651, die sich mit der Geschichte der Tragetasche aus Kunststoff-Folie beschäftigen. 

Heinz Schmidt-Bachem, Beiträge zur Industriegeschichte der Papier-, Pappe- und Folienverarbeitung in Deutschland (Düren 2009), 722 Seiten.

Die Schrift kann als PDF-Datei herunter geladen werden oder eine Print-on-Demand-Kopie über die Universitätsbibliothek Tübingen bestellt werden.

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