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Fritz Stastny, Styropor

Fritz Stastny

Lebensdaten:
1908 Brünn/Brno, Tschechoslowakei - 1985 Ludwigshafen
Studium der Chemie und Chemischen Technologie
1933: Promotion
1934: Chemie-Ingenieur bei Semperit Gummiwerke AG, Prag
1939: Chemiker bei BASF, Ludwigshafen
Forschungsschwerpunkte:
Herstellung von Gummiprodukten bei Semperit
Herstellung von Schaumstoffen bei BASF
Suche nach einem Schaumstoff für Kabelisolierung: z.B. für einen Großauftrag der Bundespost bei Einführung des Selbstwähldienstes

Erfindung:
1949:
 Styropor aus Polystyrol
Eintrag aus dem Laborjournal: "Klare Lösung, bei Raumtemperatur bis 1.12.1949 gelagert. Durchsichtige harte Scheibe entnommen." "Diese Scheibe, die in einer Schuhcremedose im Trockenschrank vergessen worden war, verwandelte sich in den folgenden 36 Stunden zu einem kleinen Schaummonster. ... Der Dosendeckel saß neckisch wie eine Baskenmütze auf einem 26 cm hohen Schaumstrang" ... 

Erste Produkte:
1952:
 Auf der Kunststoffmesse Düsseldorf, Messestand der BASF, Präsentation eines Schiffsmodells aus Styropor
Die einträgliche Idee eines Rentners: Weihnachtsglocken aus Styropor als Tannenbaum-Dekoration
Rettungsringe für eine schwedische Reederei

1964: Ein im Hafen von Kuwait gesunkenes Viehtransport-Schiff wird mit dem Auftrieb durch 2.500qm³ Styropor gehoben; frei nach einem Donald Duck-Comic, wo ein versunkenes Schiff mit Ping-Pong-Bällen an die Wasseroberfläche geholt wird.

Herstellung:
Styropor - ein Werkstoff, der zu 98 % aus Luft besteht. Polystyrol wird unter Einwirkung von einem Treibmittel und heißem Wasser oder Dampf aufgeschäumt.

Was durch Styropor möglich wird:
1960er Jahre:
 Styropor erobert als Verpackungsmaterial den Markt und ersetzt Glaswolle und die Naturstoffe Torf, Stroh, Kork.
Im Bauwesen wird Styropor zur Nr. 1 unter den Dämmstoffen. Die Einsparung von Heizöl oder Gas, die damit möglich wird, macht diesen Werkstoff zu einem bedeutenden Umweltschützer.
Exotisch: Malariabekämpfung durch Abdecken von Wasserstellen mit biologisch unbedenklichen Styropor-Kugeln. Die Mückenbrut vertrocknet auf den Kugeln.

Einsatz heute:
Das "Drei Liter Haus" - Wesentlicher Bestandteil der Wärmedämmung ist eine Gebäudehülle aus Neopor. Einsparungen auf 3 Liter Heizöl pro Jahr und qm gehen zum Großteil auf diese neue Schaumstoff-Generation zurück.

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