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John Wesley Hyatt, Celluloid

John Wesley Hyatt

Lebensdaten:
1837 Starkey, New York - 1920, USA
Praktisch veranlagter Sohn eines Schmieds.
Mit 16 Jahren Druckerlehre.
Beteiligung an einem Preisausschreiben der Fa. Phelan & Collender mit einer 10.000 $ Prämie für die Erfindung eines Ersatzstoffes für Billardkugeln aus Elfenbein.

Forschungsschwerpunkt:
Ersatzstoff für Natur-Elfenbein.

Erfindungen:
1865: Patent für Billardkugel aus gepressten Stoffresten mit einem Überzug aus Schellack und Elfenbeinstaub. Diese Kugeln geben noch keinen "Klick".

1867: Verbessertes Patent einer Kollodium-beschichteten Billardkugel. Diese Kugeln lösen beim Zusammenstoß eine leichte Explosion aus. 
Der Besitzer eines Saloons aus Colorado schreibt an Hyatt: "Mir macht es nichts aus, aber jedes Mal, wenn die Kugeln zusammenstoßen, ziehen alle Männer im Raum den Revolver."

1868: Celluloid - erster Thermoplast, ein abgewandelter Naturstoff aus Zellulosenitrat und Kampfer.

Erste Produkte:
Gaumenplatten von Gebissen, Puppen, Kämme, Schmuck, Dosen, Schalen, Messergriffe, Brillengestelle, Füllhalter, Hemdkragen, Manschetten ...
Hyatt verliert bei Patent-Streitigkeiten den Patentschutz - Der Markt wird frei.

Herstellung:

Die flüssige Masse wird unter Hitze und Druck in eine Form gegossen. Sie behält die Form im Erkalten bei. Die steife Form kann wieder erhitzt und erweicht werden. Die Masse lässt sich erneut gießen. Celluloid kann in Form von Platten, Röhren, Stäben, Spulen, Fäden hergestellt werden. Hyatt entwickelt eine erste Spritzgussmaschine und erste Blasform-Anlagen. Celluloid lässt sich gießen, schneiden, biegen, stempeln, in Scheiben zertrennen. Celluloid bietet dem Auge eine fast perfekte Nachahmung von Elfenbein, Ebenholz, Horn, Schildpatt, Perlmutt, Koralle ...

Was durch Celluloid möglich wird:

Imitation von Luxusgütern aus Naturprodukten mit Methoden der Massen-Produktion, Gebrauchsartikel in leuchtenden Farben. 
Foto- und Filmmaterial mit einem Jahresumsatz um 1900 von ca. 80 Mio. £.
1930 ist mit 50.000 t/ Jahr der Höhepunkt der Celluloid-Produktion erreicht.

Einsatz:
Kämme, Zahnbürsten, Tischtennisbälle ...
Celluloid ist heute fast ohne Bedeutung. PVC ersetzt das Celluloid, obwohl bis heute mit keinem anderen Kunststoff derart brillante Farbeffekte erzielt werden können.

"Kein Waschen nötig ... Nur ein paar Mal mit einem feuchten Tuch drüberwischen und schon sind Kragen und Manschetten so gut wie neu."  (Werbeslogan)

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