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Otto Röhm

Otto Röhm

Lebensdaten:
1876 Öhringen bei Heilbronn -1939 Berlin

Mittlere Reife
Lehre zum Apothekengehilfen
3-semestriges Pharmaziestudium, um eine Apotheke führen zu dürfen
Chemiestudium
Tätigkeiten als Chemiker bei Merck, Darmstadt, Landwirtschaftliche Versuchsanstalt, Baugewerbeschule, Stuttgart, Gaswerk Gaisburg
1907: Gründung der Röhm & Haas OHG, Esslingen mit dem Freund und Kaufmann Otto Haas

Forschungsgebiete:
1901: Promotion "Über Polymerisationsprodukte der Akrylsäure"
1907: Entwicklung technischer Enzyme zur Lederherstellung, für Waschmittel, zur Textilverarbeitung und Fruchtsaftklärung
1912: Erforschung von Synthese und Polymerisation der Acrylate und – ab Ende der 1920er Jahre – der Methacrylate.

 

Erfindungen:
1907:
 Beize für die Lederherstellung mit Hilfe von Enzymen statt aus übelriechendem Hundekot
1914: Burnus - Wäsche-Einweichmittel

Erfindungen der Firma Röhm:
1928: Acrylfilm, Polymer aus Acrylsäuremethylester, das sich zwischen einem zähen, biegsamen Glas und einem steifen Kautschuk einstufen lässt. Erste Verbundglasscheibe mit Polyacrylsäureester zwischen zwei Glasscheiben.
1933: Plexiglas, Polymethyl methacrylate (PMMA), Acrylglas durchlässig für Lichtstrahlen ohne Verzerrung
1937: Goldmedaille für Plexiglas auf der Weltausstellung, Paris

Erste Produkte:
Ab 1928:
 Splittersichere Luglas-Schutzbrillen, Gasmasken, Fenster im Zeppelin, Sichtkanzeln von Bomber-Flugzeugen, Reflektoren in Radpedalen, Oberlichtscheiben in Omnibussen, Lineale, Zeichengeräte, Geschirr, Schmuck

Herstellung:
Plexiglas lässt sich in der Wärme ziehen, biegen, pressen und mit Heißluft an die Innenwände einer Form blasen. Ist es erkaltet, kann es gesägt, gefräst oder auf der Drehbank verarbeitet werden. 
1934/1935-1937: Know how-Transfer in die USA

Was durch Plexiglas möglich wird:
1930er Jahre:
 Plexiglas-Instrumente für Unterhaltungsmusiker; 
um 1960: ein durchsichtiger Flügel für Udo Jürgens
nach 1945: Nach Acrylglas kaum Nachfrage in USA. Geringer Absatz noch für Juke-Boxes. Come back für Leuchtreklamen. Im Nachkriegs-Deutschland -hohe Nachfrage, z. B. in der Medizin: Zahnfüllungen, Gaumenplatten, künstliche Linsen, optische Gläser. Als Hüftprothese - Misserfolg, als Bindezement erfolgreich
Aus Acrylglas - Überdachungen von Wintergärten, Einkaufspassagen, Bahnhofshallen
1972: PMMA-Platten als Dach des Münchener Olympia-Stadions
Aus Plexiglas - Fenster des Airbus 320 u.v.a. Flugzeuge, Bäder, Panzerglas, Kfz-Rückleuchten.

Einsatz heute:
Medizintechnik, z.B. künstliche Linsen - ein Plexiglas-Scheibchen mit genau für das Auge berechneter Schärfe
Photovoltaik, Lärmschutzwände, Gewächshausbau, Tonnengewölbe, Lichtwerbung, Lichtbänder, Maschinenschutz, Möbel mit Design-Anspruch, Seewasseraquarien aus Blockmaterial.

 

Audiodatei:
WDR Zeitzeichen
 zum Patent von Plexiglas (Radiosendung vom 08.04.2014)

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