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Margrethe

Der königliche Küchenklassiker

Rührschüssel "Margrethe", Melamin, Design: Sigvard Bernadotte 1950, K-2006-00059

Ein Königssohn entwirft eine Schüssel und benennt sie nach der Königstochter des Nachbarreichs. Das klingt eher nach Yellow Press als nach der Entstehungsgeschichte eines Dauerbrenners des Kunststoffdesigns. Viele benutzen wahrscheinlich diesen extrem praktischen Gegenstand in der Küche, ohne dass Ihnen sein royaler Hintergrund bekannt ist.

1950 entwickelte der erfolgreiche schwedische Designer Sigvard Bernadotte, ein Sohn König Gustav Adolfs IV., für den dänischen Hersteller Rosti eine Rührschüssel aus Melamin in mehreren Größen. Sie erhielt den Namen "Margrethe", nach der damaligen Prinzessin, heute Königin Margrethe von  Dänemark. Seitdem werden die Schüsseln unverändert produziert, nur die Farben ändern sich dem Zeitgeschmack entsprechend: mal seriös in weiß, grau oder dunkelrot, dann wieder in poppigen Bonbonfarben.
Die zunehmende Verbreitung elektrischer Handrührer verlangte eine neue Art von Gefäß: die traditionellen Schüsseln aus Glas, Porzellan oder Keramik vertragen es nicht gut, wenn man sie mit Rührbesen oder -haken aus Metall bearbeitet, zudem macht es einen Höllenlärm. Die Schüssel aus robustem Kunststoffmaterial ist standfest, man muss sie nicht unbedingt extra festhalten. Es gibt keine störenden Ecken oder Mulden, die schlecht zu reinigen sind.
Die Beliebtheit "Margrethes" über mehr als fünfzig Jahre erklärt sich auch aus der Tatsache, dass sie die Qualitäten skandinavischen Designs, das seit Ende des zweiten Weltkrieg ganz Europa eroberte, in Reinkultur verkörpert: eine schlichte, aber ansprechende Formgebung kombiniert mit einem hohen Gebrauchswert. 

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