Kunststoff Zeittafel zur Geschichte der Kunststoffe

  • 1530

    Der Bayerische Benediktinerpater Wolfgang Seidel (1492 – 1562) beschreibt unter Bezug auf den Schweizer Handelsherren Bartholomäus Schobinger (1500 – 1585) eine Rezeptur für Kunsthorn auf der Basis von Milcheiweiß (Kasein).

  • 1767

    Friedrich II. richtet in Berlin nach französischem Vorbild die erste deutsche Papiermachéfabrik ein.

  • 1770

    Joseph Priestley, GB, erfindet den Radiergummi aus Naturkautschuk.

  • 1775

    Die Brüder Charles und Robert Montgolfier, F, stellen wasserstoffgefüllte Ballons aus gummierter Seide her.

  • 1819

    Thomas Hancock, GB, erfindet eine Maschine zum Plastifizieren von Naturkautschuk (Mastikator) und meldet sein erstes Patent für die Herstellung elastischer Kautschukbänder an.

  • 1823

    Charles MacIntosh, Schottland, erhält ein Patent für dublierte Regenmantelstoffe aus Baumwolle mit Kautschukzwischenschicht.

  • 1833

    J. J. Berzelius, S, definiert den Begriff „Polymerie“, aus dem das Wort „Polymere“ abgeleitet wurde.

  • 1836

    E. M. Chaffee, USA, beschreibt ein Verfahren zum Gummieren von Geweben mit einem Vier-Walzen-Kalander.

  • 1838

    Henri V. Regnault, F, synthetisiert Vinylchlorid und beobachtet dessen Polymerisation.

  • 1839

    Eduard Simon, Berliner Apotheker, gewinnt Styrol durch Destillation aus der Rinde der Styraxpflanze und beobachtet dessen Polymerisation zu „Styroloxid“, das 1845 von A.W. Hofmann und J. Blyth genauer untersucht und als „Metastyrol“ bezeichnet wird.

  • 1841

    Charles Goodyear, USA, erfindet die Heißvulkanisation des Kautschuks mit Schwefel.

    Thomas Hancock, GB, beginnt mit der Herstellung von Hartgummi (Ebonit, Surrogat für Ebenholz), die technische Produktion wird 1853 durch Goodyear in New York aufgenommen.

  • 1844

    Frederic Walton, GB, entwickelt aus voroxidiertem Leinöl und Korkmehl auf Leinengewebe Linoleum (Korkteppich).

  • 1846

    Peter Montgomerie, GB, verwendet Guttapercha zum Isolieren von Telegraphendrähten.

  • 1854

    J. A. Cutting, GB, verwendet Kampfer als Weichmacher für Nitrocellulose zur Herstellung vonFilmen.

  • 1856

    Alexander Parkes, GB, stellt aus Nitrocellulose und Kampfer als Weichmacher Parkesin her, einen noch nicht ausreichend beständigen Vorläufer des Celluloids. Er erhält dafür 1862 auf der Weltausstellung in London einen Preis.

  • 1857

    Ed. Schweizer entdeckt die Löslichkeit von Cellulose in Kupferoxidammoniak (Grundlage der um 1900 von H. Pauly, D, entwickelten „Kupferseide“, später als Bembergseide bezeichnet).

  • 1859

    Ph. Taylor, USA, erhält Patente zum Herstellen von Vulkanfiber, einem lederartigen Schichtpressstoff aus Papiercellulose.

  • 1860

    Grenville Williams, GB, gewinnt bei der Pyrolyse von Kautschuk Isopren.

  • 1863

    Pierre Marcellin Berthelot, F, entwickelt eine erste, noch ungenaue Theorie der Polymerisation und polymerisiert Styrol durch Wärmeeinwirkung und mit Schwefelsäure.

  • 1865

    Paul Schützenberger, F, stellt Celluloseacetat her, das aber erst 1919 technisch genutzt wird.

  • 1868

    Die Brüder John Wesley und Isaiah Hyatt, USA, führen die Versuche von Parkes fort. John Wesley Hyatt (1837 – 1920), der in Amerika als „father of the plastics industry“ gilt, entwickelt aus Nitrocellulose und Kampfer „Celluloid“ als ersten thermoplastischen Kunststoff.

  • 1869

    Albany Billard Ball Corp., USA, beginnt mit der Fabrikation von Celluloid aus Nitrocellulose und Kampfer.

  • 1872

    Adolf von Baeyer, D, beschreibt die Umsetzung von Phenol und Formaldehyd.

    Die Brüder Hyatt (vgl. 1868) bauen eine „Stopfmaschine“ zum Herstellen von Formteilen aus Celluloid, Urahn der Spritzgießmaschine.

  • 1873

    Die New-York-Hamburger Gummiwarenfabrik, D, stellt Kämme aus Hartgummi her.

  • 1877

    Die Brüder Otto und Gustav Lilienthal, D, entwickeln einen Kunststein auf der Basis von Kasein, später auch mit Leinöl (Anker-Steinbaukästen).

  • 1879

    G. Bouchardat, F, erhält aus Isopren und konzentrierter wässriger Salzsäure eine Masse, „welche in allen Eigenschaften vollständig dem natürlichen Kautschuk gleicht“.

  • 1880

    Die erste Celluloidproduktion in Deutschland entsteht bei den Rheinischen Gummi- und Celluloid-Fabriken (RGCF), Mannheim.

  • 1882

    Charles Frederick Cross, Edward John Bevan und Clayton Beadle, GB, gewinnen aus mit Natronlauge behandelter Cellulose und Schwefelkohlenstoff Cellulosexanthogenat (Viskose), aus dem später Reyon (seit 1924 auch Rayon als allgemeine Bezeichnung für Kunstseide genannt) gewonnen wird.

  • 1883

    Joseph W. Swann, GB, erfindet eine brauchbare Kunstseide durch Denitrieren von Nitrocellulose.

  • 1884

    G. Eastman, USA, erfindet den photographischen Film auf Basis von Nitrocellulose.

  • 1888

    RGCF (s. 1880) bringt Celluloid-Wäsche (Stehkragen, Manschetten) auf den Markt.

  • 1889

    Hilaire Bernigaud Graf von Chardonnet de Grange (1839 – 1924), F, führt auf der Pariser Weltausstellung das erste Rayon(Hydratcellulose)-Spinnverfahren (Chardonnet-Seide auf der Basis von denitrierter Nitrocellulose) vor.

  • 1893

    RGCF (s. 1880) stellt maschinell gesägte Kämme aus Celluloid her.

  • 1896

    Celluloidpuppen werden bei RGCF mittels „Pressblasen“ hergestellt.

  • 1897

    Wilhelm Krische und Adolf Spitteler, D, entwickeln ein Kunsthorn (Galalith) aus Kasein und Formaldehyd.

    H. Pauly, D, erhält grundlegende Patente zum Gewinnen von Kupfer-Kunstseide.

  • 1898

    Viskose-Kunstseide (Rayon) (vgl. 1882) wird in England produziert.

  • 1900

    Frederic S. Kipping, GB, entdeckt die Silikone. Die industrielle Herstellung erfolgt ab 1942.

  • 1902

    Carl H. Meyer, D, stellt aus Phenol und Formaldehyd einen Ersatzstoff für Schellack her. Er wird von der Firma Louis Blumer, Zwickau, D (Laccein) patentiert.

  • 1904

    Durch die Gründung der Internationalen Galalith-Gesellschaft Hoff & Co., Hamburg-Harburg beginnt die technische Produktion von Casein-Kunststoff.

  • 1907

    Leo Hendrik Baekeland, USA, (1863 – 1944) meldet sein Druck-Hitze-Patent zum Herstellen phenoplastischer Kunststoffe (Bakelit) an.

  • 1908

    Arthur Eichengrün, D, entwickelt aus Celluloseacetat einen durchsichtigen, unbrennbaren, celluloidartigen Kunststoff (Cellon).

    Jacques E. Brandenberger, CH, stellt durchsichtige Folien aus Viskose her, Cellophan.Cellophan wird  in Deutschland ab 1925 produziert.

    Friedrich A. Raschig, D, gelingt die technische Herstellung von gießbarem Phenol-Formaldehyd-Harz.

  • 1910

    Die Bakelite-Gesellschaft in Erkner bei Berlin wird gegründet.

    Fritz Hofmann, D, entwickelt Methylkautschuk aus Dimethylbutadien.

    Carl Dietrich Harries, D, erhält durch Polymerisation von konjugierten Diolefinen mit Natrium synthetischen Kautschuk, Vorläufer des Buna (Butadien-Natrium)-Kautschuks.

    Samuel S. Pickles, GB, veröffentlicht die erste korrekte Formel der Verknüpfung der Isoprenbausteine im Naturkautschuk.

  • 1911

    Richard Escales, D, prägt das Wort Kunststoff und gründet die gleichnamige, bis heute erscheinende Zeitschrift als erstes Publikationsorgan für die neue Werkstoffklasse.

  • 1912

    Fritz Klatte (1880 – 1934), D, Chemische Fabrik Griesheim-Elektron, später Hoechst AG, D, polymerisiert Vinylester und Vinylchlorid und beschreibt Anwendungen für Polyvinylchlorid (PVC). Damit beginnt die technische Entwicklung der Polymerisationskunststoffe.

    Billard-Kugeln aus Bakelit werden in den USA hergestellt.

  • 1915

    Produktion des ersten Synthesekautschuks aus Dimethylbutadien bei den Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co. in Leverkusen, D.

  • 1918

    Hans John, Prag, erhält aus Harnstoff und Formaldehyd die ersten Harnstoffharze. Die industrielle Fertigung wird 1926 unter dem Namen „Beetle“ aufgenommen.

  • 1919

    Arthur Eichengrün, D, entwickelt die erste moderne, handbetriebene Kolbenspritzgießmaschine (hergestellt 1925 bei Eckert & Ziegler) für weich gemachtes Celluloseacetat.

  • 1922

    Hermann Staudinger (1881 – 1965), D, führt den Begriff „Makromolekül“ ein und begründet die makromolekulare Chemie.

  • 1924

    Fritz Pollak, A, erhält aus Harnstoff und Formaldehyd Aminoplaste (Ureum, Pollapas).

  • 1925

    Fritz Pollak und K. Ripper, A, entwickeln den Schichtpressstoff Resopal

    PLASTICS, seit 1934 MODERN PLASTICS, erscheint als erste amerikanische Kunststoffzeitschrift.

  • 1926

    Waldo Lonsbury Semon (B.F. Goodrich), USA, beschreibt das Weichmachen von PVC.

    General Electric Co., USA, bringt das erste Alkydharz (Glyptal) auf den Markt.

  • 1927

    IG Farbenindustrie erhält Patente zur Emulsionspolymerisation und zur

    Mischpolymerisation (heute Copolymerisation).

  • 1928

    Die industrielle Produktion von Polyvinylchlorid wird bei Union Carbide, USA, begonnen.

    E. Konrad, D, synthetisiert Buna-S-Kautschuk.

  • 1929

    Bayer, D, stellt erstmals Alkadyl, ein synthetisches Polyesterharz, her.

  • 1930

    Walace Hume Carothers (1896 – 1937), USA, erhält verspinnbare Polyamide aus Dicarbonsäuren und Diaminen, die technische Produktion erfolgt bei Du Pont 1939 (Nylon, PA 66).

    Die Produktion von Polystyrol wird bei der IG Farbenindustrie AG, D, Werk Ludwigshafen, aufgenommen.

  • 1931

    W. H. Carothers, USA, entwickelt den Synthesekautschuk Neopren (Du Pont).

  • 1932

    Plexiglas (Polymethylmethacrylat) wird bei Röhm & Haas, Darmstadt, D, produziert.

    Eric W. Fawcett und Reginald O. Gibson, GB, entdecken bei Imperial Chemical Industries (ICI) die Hochdruckpolymerisation von Ethylen.

    Hans Gastrow, D, konstruiert eine „vollautomatische“ Spritzgießmaschine (Isoma-Automat), die Serienfertigung erfolgt ab 1933.

    Die Typisierung von Pressmassen wird in Deutschland eingeführt.

  • 1934

    Die Berstorff GmbH, D, baut ersten Film-Kalander.

    Bei IG Farben, Werk Hoechst, werden Fluorkunststoffe entwickelt.

  • 1935

    Erste Maschinen zum Formblasen von Kunststoffhohlkörpern werden verwendet.

    Die Produktion von PVC in den Werken Wolfen und Bitterfeld der IG Farbenindustrie, D, beginnt.

    Arbeiten über Melaminharze aus Melamin und Formaldehyd werden bei Henkel, D, durchgeführt.

    H. Heidrich, D, baut die erste elektrisch beheizte Kunststoff-Schneckenpresse (Extruder).

  • 1937

    Otto Bayer (1902 – 1982), D, erfindet die Herstellung von Polyurethanen aus Isocyanaten und Alkoholen.

    Hochdruckpolyethylen wird in einer Pilotanlage bei ICI, GB, produziert.

    C. Ellis, USA, erhält ein Patent zum Herstellen von ungesättigten Polyesterharzen und entdeckt deren Härtung mit Styrol in Anwesenheit von Peroxiden.

  • 1938

    Paul Schlack (1897 – 1987), D, entwickelt ein Polyamid aus Caprolactam (Perlon).

    Bei Du Pont, USA, erhalten Roy J. Plankett und Rack Rebok Polytetrafluorethylen (Teflon).

    Pierre Castan, CH, meldet ein Patent für Epoxyharze an-  Die industrielle Herstellung beginnt ab etwa 1942 durch Ciba, CH.

    Die Produktion von Melaminharzen aus Melamin und Formaldehyd wird aufgenommen.

  • 1940

    Eugene Rochow, USA, entwickelt eine technische Synthese von Silikonen. Die Produktion erfolgt ab 1943.

    Die industrielle Produktion von glasfaserverstärkten ungesättigten Polyestermassen wird aufgenommen.

    Beim „Nylon Day“ am 15. Mai 1940 beginnt der Verkauf von Nylonstrümpfen in den USA, im ersten Jahr werden 54 Millionen Paar verkauft.

  • 1941

    August Hoechtlen und Walter Droste, IG Farben, Leverkusen, D, entwickeln Polyurethanschaum. Erste Anwendungen erfolgen 1943.

    Die Produktion von Buna-Kautschuk in Deutschland erreicht eine Kapazität  von 170.000 Jahrestonnen.

  • 1942

    Der US Rubber Company gelingt die  Technische Entwicklung der glasfaserverstärkten Polyesterharze.

    ICI, GB, produziert LD (low density) Hochdruck-Polyethylen.

  • 1946

    Die US Rubber Company erzeugt Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS).

    Polyesterfasern (Terylen) werden in GB produziert.

    Die Herstellung von Fluorpolymeren (Teflon) wird bei Du Pont, USA, aufgenommen.

  • 1949

    Fritz Stastny (1908 – 1985), D, entdeckt bei der BASF ein Verfahren zum Aufschäumen von Polystyrol (Styropor).  Es wird 1952 auf der Kunststoffmesse in Düsseldorf vorgestellt.

  • 1950

    Kunstfasern aus Polyacrylnitril werden in den USA hergestellt (Orlon), in Deutschland ab 1954 als Dralon.

  • 1951

    Die technische Herstellung von Weichschaumstoffen aus Polyurethan wird bei der Bayer AG aufgenommen.

  • 1952

     Karl Ziegler (1898 – 1973) erfindet das Normaldruck-Verfahren zum Herstellen von so genanntem Niederdruck-Polyethylen.

    Hermann Schnell (1916- 1999), D, entwickelt Polycarbonat (Makrolon) bei der Bayer AG. Die technische Produktion erfolgt dort ab 1956.

    Die erste Deutsche Kunststoff-Messe wird in Düsseldorf abgehalten.

  • 1953

    Hermann Staudinger erhält den Nobelpreis für Chemie als Begründer der makromolekularen Chemie.

  • 1954

    Giulio Natta (1903 – 1979), I, stellt mit Ziegler-Katalysatoren (vgl. 1952) isotaktisches Polypropylen durch stereospezifische Polymerisation her.

  • 1955

    Die Großproduktion von Niederdruck-Polyethylen (HD(high density)PE) bei Hoechst, D, wird aufgenommen.

  • 1956

    Hans Beck, BASF, H. Goller, Ankerwerk Nürnberg, Ernst Friederich, Röhm & Haas, D, entwickeln die Einschneckenspritzgießmaschine.

  • 1957

    Polypropylen wird bei Hoechst, D, industriell hergestellt.

  • 1958

    Die Produktion von Polyacetal bei Du Pont (Delrin) und bei Celanese (Celcon), USA, beginnt.

  • 1960

    Erdöl ist zum wichtigsten Rohstoff der Kunststoffindustrie geworden. Die ölproduzierenden Staaten bilden das OPEC-Kartell.

  • 1962

    Du Pont, USA, produziert Polyimide für nichttextile Anwendungen.

  • 1963

    Karl Ziegler, D, und Giulio Natta, I, erhalten den Nobelpreis für die Entdeckung der sog. Ziegler-Natta-Katalysatoren zur Olefinpolymerisation.

  • 1964

    General Electric, USA, produziert mit Noryl das erste technische Polymer-Blend.

  • 1965

    Stephanie L. Kwolek, Du Pont, USA, entwickelt die Aramidfaser Kevlar, die 1970 auf den Markt kommt.

    Hoechst, D, erzeugt Polybutylenterephthalat (Hostadur).

    Union Carbide, USA, stellt Polysulfon her.

  • 1966

    Shell Chemical, USA, bringt Kraton als eines der ersten thermoplastischen Elastomere auf den Markt.

  • 1971

    Phillips, USA, produziert Polyphenylensulfid (Ryton).

  • 1973

    Röhm GmbH, D, erzeugt den Hartschaumstoff Polymethacrylimid (Rohacell).

  • 1976

    Hideki Shirikawa, J, und Alan MacDiarmit, USA, stellen Polyacetylen als elektrisch leitendes Polymer her.

    Bayer, D, bringt ein Polymerblend aus Polycarbonat und ABS (Bayblend) auf den Markt.

  • 1979

    ICI, GB, erzeugt Polyetheretherketon.

  • 1982

    General Electric Co., USA, stellt ein Polyetherimid (Ultem) vor.

  • 1983

    Der Verbrauch an Kunststoffen übertrifft mit rund 125 Mio. m3 erstmals den Verbrauch von Stahl.

  • 1987

    BASF, D, entwickelt ein hochreines Polyacetylen mit der doppelten elektrischen Leitfähigkeit des Kupfers.

    Die Stereolithographie wird in den USA von 3D Systems eingeführt.

  • 1988

    Du Pont, USA, beginnt mit der Herstellung von flüssigkristallinen Polymeren.

  • 1995

    China wird zum viertgrößten Kunststofferzeuger nach USA, Japan und Deutschland.

Die Entwicklung seit Mitte der 1980er Jahre ist weniger durch grundlegend neue Ausgangsstoffe (Monomere) zum Herstellen von Kunststoffen als vielmehr durch gezielte und z. T. neue Syntheseverfahren zu „maßgeschneiderten“ Polymeren für bestimmte Anforderungen und Anwendungen, vor allem aber durch zahlreiche Fortschritte und Neuerungen in der Verarbeitungstechnik gekennzeichnet. Als Beispiele genannt seien elektrisch leitfähige Kunststoffe, Anwendungen „intelligenter“ Kunststoffe in der Kommunikationstechnik, z. B. für Compact Discs, organische Licht emittierende Displays (OLED) für selbst leuchtende Kunststoffe, Membranen zur Stofftrennung oder in Brennstoffzellen, Superabsorber, z. B. für den Hygienebereich, Anwendungen in der Medizintechnik, z. B. für körperverträgliche Prothesen oder resorbierbare Implantate. Neben den als Werkstoffen verwendeten Kunststoffen spielen daher sog. Funktionspolymere eine ständig wachsende Rolle; ihr Wert liegt nicht in erster Linie in der erzeugten Menge sondern vor allem in ihrer Leistungsfähigkeit für immer anspruchvollere Aufgaben.

Anmerkung:

Die vorstehende Zeittafel der Kunststoffe geht auf eine Reihe von früheren Zusammenstellungen des Kunststoff-Museums-Vereins zurück. Sie kann natürlich nicht vollständig sein, wurde aber an Hand von Originalpublikationen, Monographien und Firmenschriften überarbeitet, ergänzt und - soweit notwendig - korrigiert.

Trotzdem lassen sich Fehler nicht völlig vermeiden: Die Schreibweise von Personen- und Produktnamen (deren evtl. Schutz nicht gekennzeichnet wurde) ist in der Literatur nicht immer einheitlich. Auch die Jahreszahlen weichen mitunter voneinander ab, da das Jahr einer Entdeckung und deren Publikation oft nicht übereinstimmen; Erfindungen werden nicht einheitlich nach dem Datum der Patentanmeldung oder der -erteilung zugeordnet.

Hinweise auf nicht aufgenommene Ereignisse und entsprechende Ergänzungen oder auf Fehler sind willkommen und werden an die Geschäftsstelle des Kunststoff-Museums-Vereins, Messeplatz, Düsseldorf, erbeten.

November 2006, Dietrich Braun